Trockenmittelmethode

Durch das Einbringen von aktivem Trockenmittel wird die Luftfeuchtigkeit in einer Packung
soweit gesenkt, dass Feuchtigkeitsschäden (z.B. Korrosion) nicht entstehen können. Der Luftraum in
einer Packung wird zusammen mit dem Packgut und dem Trockenmittel durch eine Sperrschichthülle vom
Außenklima abgedichtet. Wichtig ist, dass diese Hülle weitestgehend wasserdampfdicht ist. Der
abgedichtete Luftraum in der Hülle wird vom Trockenmittel soweit getrocknet, dass keine
Feuchtigkeitsschäden während der Transport/ Lagerzeit auftreten. Zur Berechnung der erforderlichen
Trockenmitteleinheiten werden folgende Daten benötigt:
Wasserdampfdurchlässigkeit (WDD) der Sperrschicht
Maße/ Oberfläche/ Volumen der Verpackung
Lager-/Transportdauer
Klima, welches die Verpackung während der geforderten Zeit umgibt (wichtig bei
Sperrschicht PE)
Trockenmittelbeutel
Unsere Trockenmittelbeutel werden nach DIN 55473 gefertigt und geprüft.
Trockenmittelbeutel sind nur wirksam, wenn die Luft in einer Packung vom Außenklima durch
eine wasserdampfdichte Sperre getrennt wird. Zur Herstellung dieser „Klimaschutzverpackungen“
werden flexible Sperrschichten wie z. B. Sperrschichtfolien aus Aluverbundmaterial,
PE-Sperrschichtfolien oder feste Sperrschichten aus Verbundmaterialien, Aluminium, Stahlblech usw.
verwendet.
Das Maß für die Leistungsfähigkeit der Trockenmittel ist ausdrücklich nicht ihre Masse,
sondern ihre Aufnahmefähigkeit für Wasserdampf, gemessen in Trockenmitteleinheiten, Abkürzung: TME.
Die Masse 1 TME darf maximal 39 g sein; 1 TME muss im Gleichgewicht mit Luft bei 23 (+/- 2)
C° und 40 % r. F. mindestens 6 g Wasserdampf adsorbieren.
Damit die Trockenmittelbeutel aktiv beim Verwender eintreffen und dort bis zum Einsatz noch
einige Monate gelagert werden können, sind sie in einer transparenten PE-Hülle eingeschweißt. Durch
die transparente PE-Hülle kann man die Farbe des jeder Grundpackung beiliegenden
Feuchtigkeits-Kontrollanzeigers (8 % r. F.) von außen erkennen und so die Aktivität der
Trockenmittel prüfen.
Trockenmittel-Arten
Bentonit: Bentonit ist ein reines Naturprodukt, so benannt nach seiner ersten Fundstätte Fort
Benton, Wyoming, USA. Bentonit hat sich als übergeordneter Begriff für diesen Spezialton etabliert.
Auffallend ist die hohe Wasseraufnahmefähigkeit, sie liegt bei durchschnittlich 35-40 %.
Molekularsiebe: Synthetisch hergestellte Aluminiumsilikate, von kristallinem Aufbau mit
einheitlichem Porendurchmesser, werden hauptsächlich zur „Scharftrocknung“ verwendet. Molsiebe
haben vor allem bei niedriger relativer Feuchte eine höhere Aufnahmekapazität als Kieselgel oder
Bentonit. Auch bei hohen Temperaturen wird eine gleichbleibend hohe Absorptionskapazität erreicht.
Im Gegensatz zu den anderen Adsorptionsmitteln nehmen Molsiebe unabhängig von der jeweiligen
relativen Luftfeuchte 18-20 Gewichtsprozent Wasserdampf auf.
Kieselgel: Die Arbeitsweise von Kieselgel kann man mit einem winzigen Schwamm
vergleichen, der aus Millionen mikroskopischer Poren besteht. Das Kieselgel behält dabei seine
feste
Struktur.
Wasser-Aufnahmekapazität
Bei 20 % r.F. und ca. 23 °C ca. 12 % Aufnahme des Eigengewichtes an Wasser (Gew. %)
Bei 40 % r.F. und ca. 23 °C ca. 22 % Aufnahme des Eigengewichtes an Wasser (Gew. %)
Bei 60 % r.F. und ca. 23 °C ca. 32 % Aufnahme des Eigengewichtes an Wasser (Gew. %)
Bei 80 % r.F. und ca. 23 °C ca. 35 % Aufnahme des Eigengewichtes an Wasser (Gew. %)
Gern stellen wir Ihnen das Berechnungsprogramm nach DIN 55474 zur
Verfügung.